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OTF Springmesser

OTF Springmesser

Beim OTF Springmesser (regelmäßig auch als Läufer bezeichnet) handelt es sich um ein Springmesser dessen Klinge nach vorne hin springt. Im englischsprachigen Raum werden diese Messer häufig als „Sliding Knife“ bezeichnet. Hierzulande hat sich die akronymisierte Form OTF – für „out the front“ durchgesetzt. OTF bezeichnet dabei die allgemeine mechanische Funktionsweise des Springmessers – die Klinge kommt aus der Front heraus. Prinzipiell können dabei auch verschiedene Varianten der OTF Springmesser unterschieden werden. So unterscheiden sich etwa die Klingen hinsichtlich ihrer Größe und Form. Auch die Unterscheidung in manuelle und automatische OTF-Springmesser sowie in ihre Zwischen- und Unterformen ist durchaus üblich.

Funktionsweise und Eigenschaften der OTF-Springmesser

Springmesser bei denen sich die Klinge nach vorne (aus dem Griffstück) öffnet basieren auf einem simplen Mechanismus und sind bereits seit mehr als hundert Jahren bekannt. Aus technischer Sicht handelt es sich um ein sehr simples Messer. Ein manuelles OTF-Springmesser verfügt über einen „Schiebemechanismus“ oder eine andere Druckstelle. Wird diese durch den mechanischen Druck eines Fingers getriggert, springt die Klinge nach vorne heraus. Bei vielen Fabrikaten muss der Knopf zudem über eine längere Strecke mit dem Finger „nachgezogen“ werden, um das Herausspringen der Klinge auszulösen.

Technisch löst eine Änderung der Spannung, die auf die Klinge wirkt, das Herausspringen aus. Im Inneren des Springmessers befinden sich mehrere Pins, die entweder geöffnet oder geschlossen sind. Durch den manuellen Druck bzw. das Führen des Knopfes wird die Spannung im Inneren des Messers erhöht. Darüber hinaus werden einige „Führungspins“ freigesetzt. Letztendlich resultiert dies im Herausfahren der Klinge, die gewissermaßen durch die Pins nach außen geschoben wird.

Springmesser nach vorneDarüber hinaus existieren sogenannte Gravitations-OTF-Springmesser. Bei diesen fällt die Klinge gewissermaßen aus der Front heraus, wenn das Messer dem Erdboden entgegengehalten wird. In diesem Falle wird das Herausspringen bzw. -fallen der Klinge also nicht durch mechanischen Druck, sondern durch die Gravitationskraft ausgelöst. OTF Springmesser zeichnen sich vor allem durch ihre einfache Bedienbarkeit und den simplen technischen Mechanismus aus. Derartige Springmesser verfügen in den meisten Fällen nicht über etwaige Extras und erfordern kein Spezialwissen seitens des Bedieners. Die Handhabung ist in der Regel intuitiv möglich.

Außerdem zeichnen sich OTF-Springmesser dadurch aus, dass sie innerhalb kürzester Zeit „einsatzbereit“ gemacht werden können. Die Gravitationsspringmesser müssen in der Regel kurz dem Boden entgegengehalten werden, um die Klinge herausfallen zu lassen, was nur wenige Sekunden in Anspruch nimmt. Auch das Drücken auf einen Knopf oder das Ziehen eines Knopfes nimmt meist wenig Zeit in Anspruch.

Unterscheidungskriterien von OTF Springmessern

Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der verschiedenen Arten von OTF-Springmessern wurden in den bisherigen Abschnitten bereits thematisiert. Nun soll jedoch eine genauere Gegenüberstellung der unterschiedlichen Eigenschaften erfolgen.

Automatische OTF Springmesser

Automatische OTF-Springmesser sind die klassischsten Springmesser dieser Kategorie. Durch manuellen Druck wird das Herausspringen der Klinge aus der Front des Messers forciert. Derartige Messer können aufgrund der wenigen technischen Vorrichtungen extrem klein sein. Im englischsprachigen Raum werden besonders kleine manuelle OTF-Springmesser als „Gentlemanmesser“ bezeichnet. Diese Messer sind so gebaut, dass sie problemlos in einer Hosen- oder Jackentasche untergebracht werden können.

Gravitations OTF Springmesser

Gravitations-OTF-Springmesser funktionieren ohne mechanischen Druck. Bei ihnen wird das Herausfallen der Klinge durch die Kraft der Gravitation ausgelöst. Das Messer muss für diesen Akt in Richtung des Bodens gehalten werden. Gravitations-OTF-Springmesser sind in der Regel größer als ihre manuellen Pendants. Darüber hinaus sind sie mit größerer Vorsicht zu führen. Bekanntestes Beispiel für ein Gravitations-OTF-Springmesser ist das Messer der Fallschirmjäger, das im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam.

Single-Action- und Double-Action-Modelle

Weiterhin können Single-Action- und Double-Action-Modelle unterschieden werden. Bei den Single-Action-Modellen geschieht ausschließlich das Aufklappen der Klinge durch das Betätigen des Pins. Double-Action-Modelle erlauben auch das Einklappen der Klinge auf diesem Wege. Bei Single-Action-Modellen muss sie hingegen mit der Hand zurück in den Griff gezogen werden.

Einsatzbereiche von OTF Springmessern

Zunächst sei erwähnt, dass klassische OTF-Springmesser in Deutschland zu den verbotenen Waffen zählen und somit nicht frei erworben oder eingesetzt werden dürfen. Verwendung finden sie vor allem bei der Bundeswehr, der Polizei und der Feuerwehr. Darüber hinaus werden sie im Rahmen der Jagd eingesetzt.

Bei der Bundeswehr sind nach wie vor besonders Fallschirmjäger mit OTF-Springmessern ausgestattet. Die Messer dienen in diesem Kontext nicht zuerst als Waffe, sondern als Mittel der Befreiung bei Landungen in unwegsamem Gelände oder beim Verfangen im Fallschirm nach der Landung. Polizei und Feuerwehr setzen meist modifizierte Versionen der Messer zur schnelleren Befreiung von Personen in Notlagen ein. Bei der Jagd werden meist ebenfalls modifizierte Versionen eingesetzt, die mit Zusatzfunktionen ausgestattet sind.

Vor- und Nachteile von OTF-Springmessern

Der größte Vorteil der OTF-Springmesser besteht in der intuitiven Bedienbarkeit sowie damit verbunden in der generell einfachen Handhabung. Manuelle Messer lassen sich darüber hinaus aufgrund ihrer geringen Größe gut in Hosentaschen verstauen. Nachteile bestehen vor in der hohen Verletzungsgefahr bei unvorsichtiger Verwendung. Darüber hinaus gelten OTF-Springmesser als gefährliche Waffen. Gegner können leicht lebensgefährlich verletzt werden.